E-Zigaretten: Nach Todesfällen in den USA: Lieber Dampfen statt Qualmen?

Was ist in E-Zigaretten drin?

Eine elektrische Zigarette erhitzt Flüssigkeit, deren Dampf dann inhaliert wird. Die Flüssigkeit enthält in der Regel Nikotin, den süchtig machenden Bestandteil des Tabaks. Einigen Studien zufolge beeinträchtigt Nikotin die Entwicklung des Gehirns bei Menschen unter 25 Jahren; auch bei älteren Menschen kann das Gehirn Schaden nehmen.    

Andere schädliche Substanzen der normalen Zigaretten, wie zum Beispiel Teer und Kohlenmonoxid, kommen in der elektrischen Variante nicht vor. Mit dem Dampf werden jedoch kleine Partikel inhaliert, die in die Lunge gelangen. Die US-Akademie der Wissenschaften sprach in einem Bericht vom vergangenen Jahr von “zahlreichen potenziell giftigen Substanzen”, unter anderem Metalle wie Nickel und Blei, die vermutlich von der Heizspirale der E-Zigarette stammen.    

Manche der Zusätze gelten in der Lebensmittelindustrie zwar als sicher, werden sie verdampft, schaden sie aber möglicherweise der Lunge. Die Hersteller bieten Flüssigkeiten, genannt Liquids, in verschiedenen Geschmacksrichtungen an, zum Beispiel auch für Jugendliche attraktive Varianten wie Vanille, Keks oder Schokolade.

Sind E-Zigaretten gefährlich?

Da elektrische Zigaretten erst seit etwa 15 Jahren auf dem Markt sind, gibt es noch keine Studien über langfristige Auswirkungen auf die Gesundheit. Wer vom Zigarettenrauchen auf die Verdampfer umsteigt, entscheidet sich für die weniger giftige Alternative – darin sind sich die Wissenschaftler weitgehend einig. “Auch wenn die langfristige Giftigkeit von E-Zigaretten schwer zu quantifizieren ist, gibt es zumindest Belege, dass sie deutlich geringer als bei traditionellen Zigaretten ist”, erklärte die Französische Akademie für Medizin 2015. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) formuliert vorsichtiger: E-Zigaretten seien “wahrscheinlich weniger giftig” als Zigarettenrauchen.

Video: Indien verbietet E-Zigaretten

Helfen E-Zigaretten bei der Tabakentwöhnung?

Eine britische Studie, die im Februar in der Fachzeitschrift “New England Journal of Medicine” erschien, legt nahe, dass E-Zigaretten besser als Nikotin-Pflaster oder Kaugummis helfen, mit dem Rauchen aufzuhören. Die WHO mahnt jedoch auch hier, dass dieser Effekt nur unzureichend belegt sei.

Warum sollen Jugendliche keine E-Zigaretten rauchen?

Ein häufiger Kritikpunkt lautet, dass die Hersteller von E-Zigaretten mit Geschmacksrichtungen wie Gummibärchen oder Karamell junge Menschen zum Konsum verleiten, die nie zuvor Zigaretten geraucht haben. Sie gewöhnen sich so an das Nikotin und greifen später oft auch zu herkömmlichen Zigaretten, wie Studien gezeigt haben. Der Schutz der Jugend war ein Grund für das kürzlich in Indien erlassene Verbot von E-Zigaretten.

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