Mehr US-Truppen in Saudi-Arabien: Iran droht USA mit “Krieg ohne Grenzen”

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Der Chef der Revolutionsgarden, Salami, sprach bei der Einweihung einer Ausstellung in Teherans Museum der Islamischen Revolution und Heiligen Verteidigung.

(Foto: imago images/ZUMA Press)

Die Rhetorik zwischen dem Iran und den USA gewinnt an Schärfe. Der Chef der iranische Revolutionsgarden droht den Vereinigten Staaten mit massiver Vergeltung im Falle eines Angriffs. Zuvor hatte Washington die Verlegung neuer Truppen in die Golfregion angekündigt.

Nach der Aufstockung der US-Truppen in Saudi Arabien haben die iranischen Revolutionsgarden (IRGC) den Vereinigten Staaten für den Fall eines Angriffs mit einem “Krieg ohne Grenzen” gedroht. “Der Feind” – gemeint sind die USA – “spricht von militärischen Optionen (…) wir aber sprechen von einer konsequenten Antwort ohne Grenzen und Einschränkungen”, sagte IRGC-Chefkommandeur Hussein Salami.

Die iranische Militärtaktik basiere auf kontinuierlicher Verfolgung bis zur endgültigen Eliminierung des Aggressors, sagte Salami. “Wir lassen nicht locker und nirgendwo wird es sicher bleiben (…) das sollten sie wissen, bevor sie über einen eventuellen Angriff nachdenken”, sagte der General laut Webportal der IRGC über die USA.

Die USA wollen nach dem Angriff auf saudi-arabische Öl-Anlagen auf Bitten der Regierung in Riad Truppen in das Land verlegen. Nach Angaben von US-Verteidigungsminister Mark Esper werden die Einheiten “defensiver Natur und vorrangig auf die Luft- und Raketenabwehr konzentriert” sein. Die USA und Saudi-Arabien machen den Iran für die Attacken mit Drohnen verantwortlich, die Islamische Republik weist dies zurück.

Iran kritisiert jüngste Sanktionen

Pentagonchef Mark Esper erklärte am Freitag in Washington, die verlegten US-Truppen würden auf Bitten Saudi-Arabiens und der Vereinigten Arabischen Emirate entsandt, um weitere Eskalationen in der Region zu verhindern. US-Generalstabschef Joe Dunford sprach von einer “moderaten” Verstärkung, bei der es nicht um tausende Soldaten gehe. Eine genaue Zahl nannte er nicht.

Nach Medienberichten hat es seit Freitag auch gezielte Attacken auf Server im iranischen Internet gegeben. Die Organisation NetBlocks berichtete von Störungen bestimmter iranischer Internet-Dienste. Der Grund dafür sei unklar. Von den Hacker-Angriffen soll demnach auch das staatliche Ölunternehmen NIOC betroffen gewesen sein.

Seit dem einseitigen Rückzug Washingtons aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran im Mai 2018 haben sich die Spannungen zwischen den USA und dem Iran massiv verschärft. Die Luftangriffe belasten zusätzlich die angespannten Beziehungen. Neben der Entsendung weiterer Soldaten verkündete Washington am Freitag auch neue Sanktionen gegen die iranische Zentralbank.

Nach Angaben von US-Finanzminister Steven Mnuchin sollen dadurch Geldflüsse in Milliardenhöhe an “terroristische” Gruppierungen unterbunden werden. Dabei handele es sich um die Al-Kuds-Brigaden – die im Ausland aktive Elitetruppe der iranischen Revolutionsgarden – sowie die libanesische Hisbollah-Miliz. Diese Gruppierungen “destabilisieren die Region”, sagte Mnuchin.

Der iranische Außenminister Mohammad Dschawad Sarif warf den USA vor, mit den jüngsten Sanktionen zu versuchen, die Bevölkerung vom Zugang zu Medizin und Nahrungsmitteln abzuschneiden. “Dies ist gefährlich und inakzeptabel.” Auch Sarif hatte im Fall eines Militärschlags der USA und Saudi-Arabiens mit einem “umfassenden Krieg” gedroht.

https://www.n-tv.de/politik/Iran-droht-USA-mit-Krieg-ohne-Grenzen-article21287818.html

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