“Persistance of Chaos”: Sechs Super-Viren: Der “gefährlichste Laptop der Welt” wurde versteigert – für 1,2 Millionen Euro

Es war ein Schock: Innerhalb kürzester Zeit legte vor zwei Jahren “Wannacry” Hunderte Firmen und Tausende Privatrechner lahm. Am Ende waren 230.000 Rechner in 150 Ländern betroffen. Europol nannte es damals einen “in seinem Ausmaß beispiellosen Angriff”. Jetzt wurde Wannacry verkauft, gemeinsam mit fünf weiteren der schlimmsten Cyber-Gefahren der Welt. Doch bei der Versteigerung handelte es sich nicht um einen gigantischen Cyberwaffen-Deal – sondern um ein Kunstprojekt.

“Persistance of Chaos” – Das Fortbestehen des Chaos – nannte Künstler Guo O Dong sein Projekt, sechs der schädlichsten Computer-Programme der Welt auf einem einzelnen Samsung-Laptop anzusammeln. Am Ende kamen 1,345 Millionen Dollar, also etwas über 1,2 Millionen Euro zusammen. O Dong bezeichnet sein Werk gegenüber “The Verge” als “Katalog historischer Bedrohungen”. Seine Kunst beinhaltet meist die Kritik an der immer weiter fortschreitenden Fokussierung der modernen Gesellschaft auf das Internet. Ein Livestream, der den Laptop zeigte, ist mittlerweile offline.

Das sind die Schädlinge

Die Sammlung an Schädlingen ist tatsächlich imposant:

  •  Der Wurm “ILoveYou” sorgte bereits Anfang des Jahrtausends für Angst und Schrecken, verbreitete sich rasant auf mehr als einer halben Millionen Computer-Systemen. Dabei richtete er 15 Milliarden Dollar Schaden an.
  • Auch “MyDoom” ist ein Wurm aus den frühen Zeiten des Internets. Das russische Programm soll es sogar auf 38 Milliarden Dollar Schaden gebracht haben.
  • Der Wurm “SoBig” schaffte es auf Millionen von Windows-Rechnern, er verursachte 37 Milliarden Dollar Schaden.
  • Der Erpressungstrojaner “Wannacry” soll Zerstörung im Wert von gut vier Milliarden Dollar angerichtet haben. Alleine 150 Millionen Dollar kostete er das britische Gesundheitssystem.
  • “DarkTequila” wütete vor allem in Lateinamerika und vernichtete Bank- und Firmendaten mit Millionenwert.
  • Der Rootkit “BlackEnergy” wurde 2015 bei einer Attacke in der Ukraine genutzt und verursachte dort einen großflächigen Stromausfall.

Wer “Persistance of Chaos” gekauft hat, ist nicht bekannt. Eigentlich ist der Handel solcher Cyberwaffen in den USA verboten, die Versteigerung in New York erhielt als Kunst-Auktion eine Ausnahme. Der Käufer verpflichtete sich zudem, die Programme auf dem Rechner zu belassen und nicht für Attacken zu nutzen. Um es noch schwerer zu machen, wurden bei dem Laptop die Funkverbindung sowie die Datenbuchsen abgeschaltet. Die Festplatte könnte man aber natürlich immer noch ausbauen.

Quellen: “Persistance of Chaos”, The Verge

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